|
Die Stilfser und Lichtenberger Berghöfe erwandern heißt, in das Mittelalter eintauchen, Landschaften, Gebäude, Arbeitsweisen und auch eine Sprache kennen lernen, die Raum und Zeit vergessen lassen, denn die Enge und Steilheit der Fluren ließen nur begrenzt den Einsatz der Technik zu. Vom Dörfchen Gomagoi (1260 m) ausgehend erreicht man zuerst über einen Forstweg, danach über einen Waldsteig nach 1 ½ Stunden Gehzeit den Fraggeshof auf 1650 m gelegen. So wie viele der vor uns liegenden Berghöfe wurde auch „Fragges“ von Hirten und Holzfällern sowie Almleuten als Winterstadel errichtet. Spätestens im 17. Jahrhundert entstand daraus eine Dauersiedlung. Von dort gelangt man über die Forststrasse zum Wildgehege „Fragges“, das vom Nationalpark Stilfserjoch betreut wird. Von hier geht es abwärts einen alten Waldweg zum Weiler „Platz“, dessen früheste Erwähnung in das 14. Jahrhundert zurückreicht. Sehr urtümlich und trotz Erschließungsweg, dem man entlang wandert, noch kaum von der Segnung der Technik vereinnahmt ist auch der Weiler „Vallatsches“ auf etwa 1720 m. An Steilheit kaum zu überbieten liegen sorgfältig gepflegte Wiesen, früher von Steinmauern abgestützte Äcker. Nach dreistündiger Gehzeit steigt man nun wiederum durch einen Waldweg ab auf 1520 m zum Weiler „Faslar“, wo man sehr gut die Kleinstparzellierung der Felder und Fluren der Dorfgemeinschaft Stilfs überschauen können. Die erste Etappe dieses Höfe-Wanderweges kann mit dem Abstieg ins Dorf Stilfs nach etwa 4-Stündigem Marsch enden. Die zweite Etappe führt über weitere Höfe einem Waldpfad entlang zur Schartalm. Abstieg in weiteren 2 ½ Stunden nach Lichtenberg über verschiedene mittelalterliche Rodungsflächen, zur Schlossruine Lichtenberg.
|